Ranghöchster Soldat der USA am Wachterl

Ramsau Vier bis fünf Wehrdienstleistende der Gebirgsjägerbrigade 23 hängen im Steinbruch am Wachterl bei Ramsau. Einer der Bundeswehrleute ist verletzt und muss geborgen werden. Kollegen seilen sich zu ihm ab, andere sichern die Helfer und sichern ab vor dem Feind. Mit dieser Õbung am Dienstagnachmittag demonstrierten 55 Mitglieder der Gebirgsjäger – darunter einige Zeitsoldaten – Chairman Joint Chiefs of Staff, General Henry Shelton aus den USA, Inhalte ihrer Ausbildung. Begleitet wurde Shelton vom militärischen Berater der Bundesregierung, Generalinspekteur General Harald Kujat.

Shelton, der ranghöchste Soldat der amerikanischen Streitkräfte, stationiert im Pentagon in Washington, interessierte sich für die Ausbildung und Aufträge der Gebirgsjägerbrigade. In Amerika gäbe es keine direkt mit dieser vergleichbare Truppe, beschreibt Christian König, stationiert in Berchtesgaden.

In Amerika gäbe es einige kleinere Spezialeinheiten, jedoch nicht wie hier eine eigene Gebirgsjägerbrigade wie in Bad Reichenhall und Strub. Und die zeigten dem amerikanischen General Shelton, gebürtig aus North Carolina, nicht nur das Klettern, Abseilen oder Bergen von Verletzten, sondern führten auch Granatenwürfe oder den Einsatz von Tieren bei ihrer Arbeit vor. Reitend oder die Pferde als Lastenträger nutzend, kamen die Bundeswehrangehörigen an, im Gepäck Verbandszeug oder auch Schusswaffen. Vorgeführt wurde ebenfalls, wie man in unwegsamerem Gelände mit Panzer umgeht. Für General Kujat und seinen amerikanischen Kollegen war diese Vorführung in jedem Fall interessant. Den jungen Bundeswehrangehörigen sprach Kujat ein Kompliment aus: Die Fähigkeiten, die die Soldaten hier bei der Gebirgsjägerbrigade erwerben würden, seien gut und wichtig. Man könnte sie auch gut ins Leben oder die Arbeit für die NATO einbringen. Auch General Shelton zeigte sich von der Vorführung der bayerischen Soldaten begeistert. Irgendwie, so der General aus Washington, erinnere ihn dies doch auch an seine eigene Ausbildung.

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