Forschung am Rett-Syndrom – klinische Studie ist greifbar

Michael Mauder und Ralf Winkelbeiner sorgten für Lacher im Sportheim Karlskron – und das für einen guten Zweck. Foto: Ramona Schittenhelm
Mit 2880 Euro allein an Eintrittsgeldern hat man in Karlskron das Ergebnis aus Altmannstein bereits getoppt: das vom Förderverein des SV Karlskron mitorganisierte Benefiz-Kabarett zugunsten von „Miriams Hoffnung“ war binnen kürzester Zeit restlos ausverkauft. Und das Publikum – knapp 200 Besucher waren ins Sportheim gekommen – kam absolut auf seine Kosten. Das Programm des Manchinger Kabarettisten Ralf Winkelbeiner wurde angeheizt vom Münchner Newcomer Michael Mauder. Zwei Kabarett-Programme zum Preis von einem und das noch für eine gute Sache: das Publikum in Karlskron jedenfalls hatte von Beginn an seine helle Freude.

Forschung am Rett-Syndrom unterstützen

Hoch erfreut durfte Christian Fackler, ein gebürtiger Karlskroner und der Papa der drei Jahre alten Miriam, denn auch stellvertretend für die RETT-Stiftung einige Schecks aus Karlskron in Empfang nehmen. Denn neben der Eintrittsgelder werden die Erlöse aus dem Essensverkauf ebenfalls auf das Stiftungskonto gehen. Zugleich nutzte Marianne Weichesmüller als Pfarrgemeinderatsvorsitzende die Gelegenheit, einen Teil des Erlöses aus dem Pfarrfest zu übergeben. 700 Euro sind dabei zugunsten der RETT-Stiftung zusammen gekommen. Und bei anderen Vereinsveranstaltungen in Karlskron sind mit Hilfe der Spendenkanne von Michael Fackler 1400 weitere Euro zugunsten der Stiftung zusammen gekommen. Christian Fackler war sichtlich begeistert, gilt es doch, mit diesen Geldern die Forschungsarbeit voran zu treiben. In den nächsten zwei Jahren soll eine klinische Studie starten, mit deren Hilfe die betroffenen Patienten möglicherweise zurück in ein normales Leben geführt werden können. Denn beim RETT-Syndrom ist es so, dass Teile des menschlichen Körpers blockiert sind. Und diese Blockade soll – wenn alles optimal verläuft – im Zuge der Therapie aufgehoben werden.

Rett Syndrom Deutschland e.V.
Hamburger Sparkasse
Stichwort: Miriamshoffnung
IBAN: DE 28 200 505 501 385 272727
BIC: HASPDEHHXXX

Single-Sein leicht gemacht mit Michael Mauder

Der medizinische und soziale Part der Benefiz-Veranstaltung wurde kurz gehalten. Wichtiger war es, die Menschen aus dem Alltag abzulenken und damit ‚Hoffnungskreise für Miriam‘ zu ziehen, wie dies der Moderator des Abends Fritz Kothmayr nannte. Und das gelang: bereits zum dritten Mal leitete der 24 Jahre alte Michael Mauder aus München ein Kabarett-Programm von Ralf Winkelbeiner ein. Und das mit einigen Anekdoten aus dem (Münchner) Alltag eines 1,90 Meter großen Single-Mannes. Und dementsprechend ging es natürlich um Beziehungen, Freunde, Weg gehen und das wahre Leben in der Stadt. Und das kann durchaus seine Reize haben – auch wenn Mauder nicht unbedingt verstehen kann, warum man das gemütliche Feiern im privatem Rahmen einer Zwangs-Veranstaltung im Partytempel vorzieht. Aber: vielleicht findet dort natürlich der ein oder andere sein persönliches Gegenstück. Und sei es nur deshalb, um Island in der Statistik abzulösen. Denn der kleine Inselstaat liege ganz vorne, wenn es um sogenannte Eine-Nacht-Beziehungen ginge. Trocken vorgetragen gelang es dem Münchner von Beginn seines kurzen Programm-Ausschnittes an, das Publikum in Karlskron zum Lachen zu animieren.

Manchinger Kabarettist Ralf Winkelbeiner: Leute denkt daran, Eure Kinder müssen mit den Namen in Zukunft leben

Ralf Winkelbeiner verfolgte vor dem Saal ganz gespannt, wie alles läuft. Denn schließlich war er der Hauptakt des Abends. Der 40 Jährige Manchinger konnte zuletzt in Roding den zweiten Platz beim Ostbayerischen Kabarett-Preises gewinnen, ist seit einiger Zeit bayernweit unterwegs. Knapp zwei Stunden „Alltagshumor“ jedoch nicht aus der Retorte zeigten, was in dem Oberbayern steckt. Seine Geschichten verpackte er in persönliche Erlebnisse – einerseits zusammenhängend mit seiner Herkunftsregion, andererseits mit seiner Familie. „Wenn ich erkläre wo ich herkomme dann meist so. In Ingolstadt gibt es den Q5, in Manching gibt die Kuh 6.“ – Auch lästerte Ralf Winkelbeiner über Namen. Sein eigener bilde hier keine Ausnahme. Er müsse immer erst richtig stellen, das er nichts mit Orthopädie zu tun hätte, so der Kabarettist. Apropos Namen: „Leute denkt doch bei der Namensgebung auch man an eure Kinder.“ Winkelbeiner sprach hier von einer fiktiven Familie ‚Häusl‘, die ihren Sohn ‚Ryan‘ getauft hätten: Ryan Häusl oder für nicht des bayerischen mächtige Reihenhaus.

Neben Namen ging es vor allem um Familienveranstaltungen. Und da, so sinniert Ralf Winkelbeiner in seinem Solo-Programm „Habedere“ ginge es vor allem um drei Dinge: Hochzeiten und Scheidungen, wer Gestorben sei und natürlich um Krankheiten. Wer dem entkommen wolle, der flüchte auf die Toilette. Und da gäbe es bereits das nächste Leiden: duftendes und bebildertes Toilettenpapier: „Leute der Arsch hat doch keine Augen. Was soll das?“

Knapp zwei Stunden hatte das Publikum seine Freude am Programm des Manchingers, der auf Mundart aber auch das Dorfidyll mit den drei „F“ setzt: Fußball, Feuerwehr und F(V)eteraner. Und natürlich das Ministrieren: das bescherte dem kleinen Ralf („Naja von dem kleinen Ralf sieht man inzwischen nicht mehr viel, ich weiß.“) eine zeitweilige Befreiung vom Gottesdienst: Naja das stellen des Brandstifters im Pfarrgarten sei seinerzeit halt nicht bei allen gleichermaßen gut angekommen. „Wir wären die Helden gewesen“, so Winkelbeiner. Nur handelte es sich halt um das Osterfeuer in der Osternacht.

Ramona Schittenhelm

journalist for print and online subjects

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